Helfen in Not ist unser Gebot! Geschichte einer DDR - Legende Robur war der Markenname des Volkseigenen Betriebs VEB Robur-Werke Zittau der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Haupterzeugnis waren Lastkraftwagen bis 3 Tonnen Nutzlast. Firmengeschichte Im Jahre 1888 gründete Karl Gustav Hiller (1863–1913) eine Firma zum Vertrieb einer von ihm erfundenen und 1894 patentierten Textilmaschine zur Herstellung von Bommeln.Von einer Englandreise brachte er 1890die exklusiven Importrechte und Nachbau-Lizenz von Rover-Fahrrädern mit. Er wurde Teilhaber und später Eigentümer der Zittauer Maschinenfabrik Müller & Preußger, entwickelte die Rover-Fahrräder weiter und vertrieb sie erfolgreich ab 1894 als Phänomen- Rover. 1900 folgte die Fertigung von Phänomen-Motorrädern zunächst mit FAFNIR-Motoren. Aber schon 1903 hatte man einen eigenen Einzylinder-Viertakt-Motor geschaffen und in einen verstärkten Fahrradrahmen mit 26-Zoll Rädern und 2,25 Reifen eingebaut.Ständige Weiterentwicklungen und Verbesserungen führten auch zu einem neuen Zweizylindermotor. 1905 begann die Serienfertigung des preiswerten Dreiradfahrzeuges Phänomobil. Der bekannte Zweizylindermotor aus der Motorradproduktion diente dem Phänomobil als Grundlage. Die Ähnlichkeit der Konstruktion mit der von Hüttel in Erlau/Sachsen entwickelten und in Berlin hergestellten Cyklonette führte zu Patent-Streitig keiten, zumal die Konstrukteure Hüttel und Svetescu zeitweilig bei Hiller beschäftigt gewesen waren. Ab 1910 kam ein von zwei Ventilatoren gekühlter Vier-Zylinder- Viertakt-Otto-Motor zum Einsatz. Die Produktion lief bis 1927.Der 1916 in die Aktiengesellschaft Phänomen-Werke Gustav Hiller umgewandelte Betrieb bot zwischen 1912 und 1927 auch vierrädrige Pkw an, die sich gegenüber der starken Konkurrenz nicht durchsetzen konnten. Karosserien wurden seit 1922 vorwiegend von den Karosseriewerken Aug. Nowack bezogen. Im Jahre 1927 wurde vor allem auf Forderung der Reichspost nach einem preiswerten und zugleich sicheren und leistungs fähigen Fahrzeug der Lkw 4 RL mit 0,75 bis 1 t Tragfähigkeit heraus -gebracht, der den Ausgangspunkt einer erfolgreichen Nutzfahrzeug produktion darstellte. Das Interessante an der Firma PHÄNOMEN ist, wie schon bei den Motorrädern und dem PHÄNOMOBIL gezeigt ist, dass der Vierzylinder Motor des PHÄNOMOBILS in diesem Falle die Grundlage für den  4 RL ist. Als die Nachfrage nach Lkw mit höherer Nutzlast stieg, kamen 1931 der Granit 25 (Nutzlast 1,5 t) und 1936 der Granit 30 (Nutzlast 2,5 t) auf den Markt. Im Zuge der Rüstungsproduktion wurde das Typenprogramm im Wesentlichen auf den Granit 1500 mit 1,5 t Nutzlast (später Granit 27) reduziert. Alle Phänomen-Lkw besaßen, genau wie die Dreiräder, luftgekühlte Motoren. Lediglich die vierrädrigen Pkw waren mit wassergekühlten Motoren ausgerüstet. 1930 nahm die PHÄNOMEN-Werke Gustav Hiller A.G. Zittau unter Direktor Rudolph Hiller (Sohn von Gustav Hiller) die Produk tion von Leichtmotorrädern mit Sachs-Einbau Motoren auf. Bis 1945 gab es bei PÄNOMEN immerhin 14 verschiedene Leichtmotorräder. Entsprechend dem Volksent scheid vom 30. April 1946 in Sachsen zur entschädigungslosen Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher gingen auch die teilweise zerstörten Zittauer Phänomen-Werke in Volkseigentum über. Neben der Produktion dringend benötigter Massenartikel wurden auch rund 1000 Fahrzeuge der Roten Armee instand gesetzt. 1949, im Jahr der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, wurde die Serienfertigung der Vorkriegs- modelle wieder aufgenommen – wenn auch in bescheidenem Rahmen. Anfangs wurden stationäre Motoren gebaut. Im Januar 1950 waren schließlich die ersten 13 Granit 27 fertiggestellt. Die Nutzlast dieses Lkw konnte im Jahr darauf von 1,5 auf 2 Tonnen erhöht werden. 1952 wurde der Prototyp Phänomen-Granit 32 vorgestellt, der erstmals mit einem luftgekühlten Dieselmotor ausgerüstet war – im Gegensatz zu den bisherigen Vergasermotoren der Zittauer Fahrzeugwerke. Zu einer Serienproduktion kam es nicht. Die Leistung des Vergasermotors des Granit 27 konnte dagegen ein Jahr später auf 44 kW gesteigert werden. Eingebaut wurde er in den weiterentwickelten Granit 30k. Anfang 1957 gab sich die Firma den neuen Betriebsnamen VEB Robur Werke Zittau, da die Hiller-Erben den Namen ihres enteigneten Betriebes den neuen Eigentümern nicht überlassen wollten. Der Name Robur ist hergeleitet vom lat. Wort für Stieleiche/Deutsche Eiche (Quercus Robur). Das Design des Schriftzuges ROBUR ist in Anlehnung an eine Kurbelwelle gestaltet. Gleichzeitig wurde nach Veränderungen an Gestaltung, Fahrgestell und anderen Modifikationen des Granit daraus der Typ Garant, der bis 1961 in über 50.000 Exemplaren in den Varianten Pritschenwagen, Kastenfahrzeug, Krankenwagen, Reisebus und Chassis für Sonderaufbauten gebaut wurde. Dem Betrieb wurden andere Fertigungsstätten ange- gliedert, darunter das Karosserie-Werk Bautzen, das Motorenwerk Kamenz, das Karosseriewerk Winter Zittau und das Feuerlöschgerätewerk Görlitz. Dem erfolgreichen Garant folgte der Robur LO 2500. Der erstmals zur Leipziger Frühjahrsmesse 1961 präsentiert wurde und dessen Konstruktion aktuellen internationalen Entwicklungstrends entsprach. Der moderne Frontlenker-Lkw mit 2,5 t Nutzlast war mit dem auf 51,5 kW gesteigerten, luftgekühlten Vergasermotor des Vorgängers ausgerüstet. Als allradgetriebene Variante mit 1,8 t Nutzlast entstand derRobur LO 1800 A. Weiterentwicklungen führten schließlich 1968 zu den Typen LO 2501 und LO1801 A, äußerlich erkennbar am veränderten Kühlergrill. Auch in der Folgezeit erfolgten gebrauchswertsteigernde Modifikationen, bis ab 1974 der LO 3000 mit 3 t Nutzlast vomBand lief. Er war die Basis für eine Vielzahl von Sonderausführungen. Eine Nutzlaststeigerung erfuhr auch die Allradvariante, die nunmehr als LO 2002A angeboten wurde. Ab Herbst 1982 war neben dem bisherigen Vergasermotor Typ 4 KVD 12,5 SRL auch ein Dieselmotor im Angebot. Weiterentwicklungen der LD/LO 3000-Reihe in den 80er-Jahren richteten sich besonders auf die Erhöhung der Lebensdauer der einzelnen Baugruppen und die Anhebung auf international übliches Niveau. Diese Veränderungen, die teilweiseauch die Allrad- typen LD/LO 2202 A betrafen, führten zu den dieselge triebenen Modellen LD 3001 und LD 3002 äußerlich erkennbaror allem an den kleineren Rädern und der vergrößerten Spurweite. Die mit Vergasermotor ausgerüsteten LO-Varianten verloren an Bedeutung. Robur-Lkw waren nicht nur im RGW-Gebiet, sondern auch in vielen überseeischen Ländern im Einsatz. Speziell der Gewinnung neuer Exportmärkte diente das Robur-Safari-Programm, das den speziellen klimatischen und geographischen Bedingungen künftiger Einsatzländer angepasst wurde. Die Produktion der neu entwickelten Fahrzeuge O 611/O 611A und D 609 wurde von der Regierung nicht gestattet, es durften nur die bisherigen Modelle weiter entwickelt werden. Nach der Deutschen Einheit 1990 konnte auch der dann verwendete Deutz-Dieselmotor den Untergang der Marke nicht verhindern. Die Produktion wurde 1991 eingestellt. 1995 wurde die Robur- Fahrzeug–Engineering GmbH neu gegründet und erwarb das gesamte Know-How der ROBUR-Werke Zittau. 1999 erfolgte die Gründung der FBZ GmbH Zittau mit 17 Mitarbeitern. FBZ steht für Fahrzeuge - Baugruppen - Zulieferungen. Am häufigsten wurden die Modelle mit dem Ottomotor ausgestattet. Von der damit verbundenen Typenbezeichnung LO leitet sich der Spitzname Ello ab. Da rein äußerlich nicht zu erkennen ist, ob in einem Robur ein Otto- oder Dieselmotor steckt, wurden im Volksmund alle Robur- Fahrzeuge als Ellos bezeichnet. Bezeichnender Weise durfte in der DDR ein Robur mit Ottomotor mit dem PKW Führer-schein , einer mit Dieselmotor nur mit LKW Führerschein gefahren werden. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie & Oberlausitzer Kfz-Veteranengemeinschaft